Neujahrsempfang der Kreisgrünen Steinfurt: Voller Saal, starke Impulse und klare Botschaften

Mit rund 220 Gästen war der Saal im Hotel zur Post in Wettringen bis auf den letzten Platz gefüllt: Der Neujahrsempfang der Kreisgrünen Steinfurt bot einen beeindruckenden Start in das politische Jahr und zeigte, wie groß das Interesse an Austausch, Orientierung und gemeinsamer Zukunftsgestaltung ist. Unter den Gästen waren unter anderem Norwich Rüße (B’90/Die Grünen, Mitglied des Landtags NRW), Jan-Niclas Gesenhues (B’90/Die Grünen, Mitglied des Bundestages), Mona Neubaur (B’90/Die Grünen, Wirtschaftsministerin NRW und Vizeministerpräsidentin NRW) sowie Wettringens Bürgermeister Berthold Lastering (CDU). Natürlich waren auch wir mit zahlreichen Vertretern unseres Ortsverbandes und unserer Ratsfraktion von Steinfurt vor Ort.

Norwich Rüße: Sachlichkeit, Klimaschutz und soziale Verantwortung

Norwich Rüße betonte die Bedeutung einer sachlichen politischen Kultur, gerade auch im Umgang mit Mitbewerberinnen und Mitbewerbern. Emotionale Aufladung helfe selten weiter – entscheidend sei der konstruktive Austausch.

Besonders am Herzen liegt ihm weiterhin der Klimaschutz, der aus seiner Sicht in der öffentlichen Debatte zu sehr in den Hintergrund geraten ist. Dabei sei er zentral für die Zukunftsfähigkeit aller politischen Ebenen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war das Thema Ernährung. Gemeinsames Essen stifte Gemeinschaft, und es sei nicht hinnehmbar, dass Kinder ohne Frühstück in den Unterricht gehen.

Zum Abschluss kündigte Rüße an, erneut kandidieren zu wollen und sich für die Landtagswahl 2027 in NRW erneut zur Wahl zu stellen.

Bürgermeister Berthold Lastering: Gemeinsam Verantwortung tragen

Wettringens Bürgermeister Berthold Lastering (CDU) dankte für die Einladung und sprach offen über aktuelle Herausforderungen. Der ÖPNV sei in der Region noch nicht optimal ausgebaut – ein Grund für die angespannte Parksituation rund um den Veranstaltungsort.

Er hob hervor, wie wichtig Gespräche über Parteigrenzen hinweg seien, gerade in Zeiten multipler Krisen auf nationaler und internationaler Ebene. Klimafolgen seien dabei nur ein Teil der Belastungen, die Kommunen bewältigen müssen.

Lastering betonte, dass Demokratie vom Miteinander lebt: Unterschiedliche Perspektiven seien wertvoll, solange das gemeinsame Interesse an der Entwicklung der Gemeinde im Mittelpunkt stehe. Kommunalpolitik sei vor allem praktisch, nicht ideologisch.

Wettringen stehe wirtschaftlich gut da, wachse moderat und profitiere von einem starken Ehrenamt. Besonders stolz sei man darauf, ADFC-fahrradfreundlichste Gemeinde Deutschlands geworden zu sein.

Jan-Niclas Gesenhues: Europa, Zusammenhalt und Schutz für Engagierte

Jan-Niclas Gesenhues formulierte drei Wünsche für das neue Jahr:

  • ein vereintes und starkes Europa, speziell mit dem Blick auf die internationalen Entwicklungen auf der Welt.
  • ein besseres Miteinander statt pauschaler Kritik an Teilzeitbeschäftigten oder Erkrankten Personen,
  • und mehr Unterstützung für Menschen, die sich weltweit für Klima- und Umweltschutz einsetzen.

Er erinnerte daran, dass weltweit mehrere hundert Aktivistinnen und Aktivisten getötet wurden – ein dramatisches Zeichen dafür, wie gefährlich Engagement in manchen Regionen ist.

Der Bundestagsabgeordnete wies ausdrücklich nochmal darauf hin, dass auch Depressionen als Krankheit angesehen werden sollte und die Stigmatisierung Erkrankter aufhören sollte.

Mona Neubaur: Kommunen stärken, Zukunft gestalten

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur stellte die Frage in den Mittelpunkt, was Landespolitik mit der Lebensrealität in den Kommunen zu tun hat. Die Antwort sei klar: sehr viel.

Sie hob hervor, dass das Land NRW mit der Übernahme der kommunalen Altschulden einen historischen Schritt gehe. Rund 41 % der Städte und Gemeinden würden dadurch entlastet. Das ermögliche dringend notwendige Investitionen vor Ort – in Infrastruktur, Bildung, Klimaschutz und Zukunftsprojekte.

Neubaur kritisierte, dass frühere Bundesregierungen Kommunen zunehmend belastet hätten, während der Bund die Rechnung schrieb. Das habe zu Frust und Politikverdrossenheit geführt.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Rede war die Situation junger Menschen: Die Corona-Jahre hätten tiefe Spuren hinterlassen. Viele Jugendliche und Studierende blickten mit Zukunftsangst auf wirtschaftliche und globale Entwicklungen. Demokratischer Wandel könne diese Unsicherheit verstärken.

Gleichzeitig betonte Neubaur das enorme Potenzial der über 700.000 Studierenden in NRW. Innovationskraft, Kreativität und eine konsequente Transformation der Wirtschaft seien entscheidend für die Zukunft des Landes.

Erneuerbare Energien seien dabei nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Hohe Energiekosten ließen sich langfristig nur durch den Ausbau grüner Energie senken. Unternehmen bräuchten dafür zwei Dinge: verlässliche Energie und Fachkräfte.

Zum Abschluss erinnerte sie daran, dass „einfach mal machen“ in einer Demokratie nicht funktioniere. Bürgerbeteiligung, Klimaschutz und Umweltschutz müssten immer mitgedacht werden.

Besonderer Dank an die Landfrauen

Sowohl Mona Neubaur als auch Norwich Rüße hoben in ihren Reden die Bedeutung der Landfrauen hervor, die seit Jahren mit großem ehrenamtlichem Engagement einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten. Sie sind nicht nur in der Gemeinschaft präsent, sondern bieten auch konkrete Hilfsangebote für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Dieses Engagement, oft im Stillen und fern öffentlicher Aufmerksamkeit, sei ein Beispiel dafür, wie wichtig solidarische Strukturen vor Ort sind und wie sehr Kommunen von Menschen profitieren, die Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen.

Ein gelungener Auftakt ins neue Jahr

Der Neujahrsempfang zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der offene Austausch zwischen Politik, Verwaltung, Ehrenamt und Bürgerinnen und Bürgern ist. Mit vielen Impulsen, klaren Botschaften und einem vollen Saal war es ein Abend, der Mut macht und Lust auf das politische Jahr 2026 weckt.

Artikel kommentieren

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Entnimm Weiteres bitte der Datenschutzerklärung.